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Kabinettstück März 2019

Männerjacke (Rückansicht), um 1830

Männerjacken, die vorne und hinten mit verschlungenen Posamenten verziert sind, finden sich im ländlichen Oberbayern relativ häufig. Sie wurden »Schaike« oder »Husarenjacke« genannt und waren zwischen 1830 und 1890 sehr beliebt.
Diese taubenblaue Joppe aus der Sammlung des Trachten-Informationszentrums stammt aus dem Rupertiwinkel und wurde einst von einem Müller getragen. Typisch für die biedermeierliche Mode sind der hohe Kragen, die geschwungenen Nahtlinien und die leicht gereihten Ärmel. Die Auflösung, wie bayerische Bauern und Handwerker zu den phantasievollen Mustern auf ihren Jacken kamen, zeigt sich am ersten April, wenn das nächste Kabinettstück erscheint ...


Abbildung:
Jacke, Tuch, Posamenten
Oberbayern, um 1830
Sammlung Bezirk Oberbayern, Trachten-Informationszentrum
Foto: Dirk Tacke

Ka·bi·nett·stück
Substantiv [das]

1. sehr geschicktes, erfolgreiches Handeln
2. besonders schöner, wertvoller Gegenstand

Das sogenannte Kabinettstück kann entweder ein ungewöhnlich geschicktes und erfolgreiches Handeln sein oder ein besonders schöner und wertvoller Gegenstand. Die zweite Definition trifft auf abertausende Exponate aus den Sammlungen des Trachten-Informationszentrum zu. Ob Kleidungsstücke, Accessoires, Fotografien, Grafiken oder Bücher – in Benediktbeuern besitzt der Bezirk Oberbayern einen Schatz aus über drei Jahrhunderten. Um einen Einblick in die reichen Bestände zu geben, stellen wir jeden Monat ein Kabinettstück vor. Dabei können Materialien, die Seltenheit, das Muster oder die Geschichte hinter den Originalstücken im Vordergrund stehen.

Die Digitalisierung und die Veröffentlichung der Sammlungen des Trachten- Informationszentrum im Netz ist eine groß angelegte Arbeit, die sich noch über viele Jahre erstrecken wird. Einen Vorgeschmack auf dieses Zukunftsprojekt bietet unser monatlich erscheinendes Kabinettstück.
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