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Februar 2019

Strumpfbänder mit Poesie

Die beiden Strumpfbänder aus dem Jahr 1828 gehören zweifellos zu den intimsten und feinsten Kabinettstücken unserer Sammlung im Zentrum für Trachtengewand. Laut beigelegtem Zettel stammen die Schließen »aus fürstlichem Haus«. Es handelt sich dabei um ein kostbares Liebespräsent mit Worten so voller Poesie, dass unsere Phantasie noch fast 200 Jahre später beim Sinnen über diese Zeilen blühen kann. Auf den Schließen graviert steht: «Mon esperance est au-delà – Joindre ou mourir 1828» (Mein Hoffen ist jenseitig – Verbunden sein oder sterben 1828)


Abbildung:
Ein Paar Strumpfbänder, Seidenband, eingewebte Gummischnüre, Spitze, goldene Schließen, Türkise, datiert 1828
Sammlung Bezirk Oberbayern | Zentrum für Trachtengewand
Foto: Anita Karl-Holeczek

Ka·bi·nett·stück
Substantiv [das]

1. sehr geschicktes, erfolgreiches Handeln
2. besonders schöner, wertvoller Gegenstand

Das sogenannte Kabinettstück kann entweder ein ungewöhnlich geschicktes und erfolgreiches Handeln sein oder ein besonders schöner und wertvoller Gegenstand. Die zweite Definition trifft auf abertausende Exponate aus den Sammlungen des Zentrums für Trachtengewand zu. Ob Kleidungsstücke, Accessoires, Fotografien, Grafiken oder Bücher – in Benediktbeuern besitzt der Bezirk Oberbayern einen Schatz aus über drei Jahrhunderten. Um einen Einblick in die reichen Bestände zu geben, stellen wir jeden Monat ein Kabinettstück vor. Dabei können Materialien, die Seltenheit, das Muster oder die Geschichte hinter den Originalstücken im Vordergrund stehen.

Die Digitalisierung und Veröffentlichung unserer Sammlungen im Netz ist eine groß angelegte Arbeit, die noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Einen Vorgeschmack auf dieses Zukunftsprojekt bietet das monatlich präsentierte Kabinettstück.

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