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September 2020

Dasselbe Gewand und doch anders…

Rosina, die später Wirtin wurde, ist die dritte Schwester aus dem Dorf Pavolding im Chiemgau. Der Schnitt ihres festtäglichen Kostüms entspricht ganz der Kombination, die wir schon bei den letzten zwei Kabinettstücken sahen. Vor allem im östlichen Oberbayern zeigt die bäuerliche Kleidung ab etwa 1850 eine auffallend große Nähe zur jeweiligen städtischen Mode. In anderen Gegenden, wie zum Beispiel im Dachauer und Aichacher Land, bevorzugte die ländliche Bevölkerung dagegen weit mehr ein regionaltypisches Gewand.
Die vierte Schwester stellen wir im Kabinettstück Oktober vor.


Abbildung:
Fotografie, Oberbayern, um 1875/80
Sammlung Bezirk Oberbayern | Zentrum für Trachtengewand

Ka·bi·nett·stück
Substantiv [das]

1. sehr geschicktes, erfolgreiches Handeln
2. besonders schöner, wertvoller Gegenstand

Das sogenannte Kabinettstück kann entweder ein ungewöhnlich geschicktes und erfolgreiches Handeln sein oder ein besonders schöner und wertvoller Gegenstand. Die zweite Definition trifft auf abertausende Exponate aus den Sammlungen des Zentrums für Trachtengewand zu. Ob Kleidungsstücke, Accessoires, Fotografien, Grafiken oder Bücher – in Benediktbeuern besitzt der Bezirk Oberbayern einen Schatz aus über drei Jahrhunderten. Um einen Einblick in die reichen Bestände zu geben, stellen wir jeden Monat ein Kabinettstück vor. Dabei können Materialien, die Seltenheit, das Muster oder die Geschichte hinter den Originalstücken im Vordergrund stehen.

Die Digitalisierung und Veröffentlichung unserer Sammlungen im Netz ist eine groß angelegte Arbeit, die noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Einen Vorgeschmack auf dieses Zukunftsprojekt bietet das monatlich präsentierte Kabinettstück.

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